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Häufig gestellte Fragen

 

Was Sie schon immer mal über Männer wissen wollten

 

Renate Z., 47 Jahre, aus Eschweiler, schreibt: „Sie als Eheberater müssen mir doch erklären können, was eigentlich mit den Männern los ist.“

Ich habe 4 Grundthesen über Männer entwickelt:

 

1. Männer sind konfliktscheu

Wenn man sich so anschaut, wie sich Männer draußen in der Welt verhalten, so sollte man nicht glaube, dass sie konfliktscheu sein können: überall herrscht starker Konkurrenzkampf, körperliche Gewalt wird fast ausschließlich von Männern praktiziert, Kriege sind eine männliche Domäne, vor allem Männer bringen sich selber und ihre Familien um, usw. usw..

Kommen diese Männer jedoch nach Hause und es kommt zu Problemen in zwischenmenschlichen Bereichen, dann wissen die Frauen, wie Männer darauf reagieren:

  • manche verhalten sich kurz angebunden, reagieren eher ruppig und wollen die Probleme schnell vom Tisch haben

  • andere erscheinen hilflos, schweigen tagelang oder drücken sich um die anstehende Auseinandersetzung so lange, wie es nur geht

  • und manche – glücklicherweise immer weniger – können nicht verstehen, wieso ihre Frau überhaupt ein Problem hat – oder sollte ich besser vielleicht sagen: sie wollen es nicht verstehen…?

Frei nach dem Motto „An den Taten sollt Ihr sie erkennen!“ kommen Frauen so zu dem Schluss: Männer sind doch konfliktscheu. Auch als Paartherapeut kann ich diese Erkenntnis nur bestätigen. Zwei Erklärungen, wie es zu diesen Konfliktvermeidungsstrategien kommt, erscheinen nachvollziehbar:

a) Männer haben Angst vor Auseinandersetzungen persönlicher Art, weil sie erleben, dass im privaten Bereich mehr die Emotionen bestimmen, wie die Dinge sich entwickeln. Im Beruf herrscht Vernunft und Logik – die Männer haben den Eindruck, alles im Griff zu haben. Zu Hause jedoch gelingt es ihnen nicht, die Dinge sachlich zu lösen: ihre Frauen reißen sich nicht genug zusammen, sondern agieren und reagieren emotional und auch bei ihnen selber kochen immer wieder die Gefühle hoch. So kommt es zu keiner schnellen, logischen Lösung und Männer fühlen sich den Emotionen hilflos ausgeliefert. Hilflosigkeit aber hassen Männer wie der Teufel das Weihwasser.

b) Männer scheuen Auseinandersetzungen in ihrer Partnerschaft, weil sie eine tiefe, aber gut verborgene Angst vor ihrer Frau in sich tragen: wie kleine Jungen der Mama gegenüber fürchten sie es, wenn ihre Frau ihnen böse ist und versuchen alles so zu machen, das sie ihnen wohlgesonnen bleibt oder möglichst schnell wieder wohlgesonnen wird. Dafür legen Männer sich gerne auch mal krumm oder sind mit der Wahl der Mittel („mit der faust auf dem Tisch“) nicht gerade zimperlich. Führt das jedoch nicht umgehend zum Erfolg, so werfen sie schnell die Flinte ins Korn und ziehen sich beleidigt von ihrer Frau zurück: „ Bei der kann ich machen was ich will – da nützt sowieso nichts!“

 

2. Männer sind emotional unterentwickelt

Wer das behauptet, lügt. Oder er will Männern was Böses. Oder er hat einfach keine Lust mehr darauf, immer hinter der abweisenden, kühlen oder gleichgültigen Fassade des Mannes nach Gefühlen suchen zu müssen. Männer haben nämlich einen Trick kultiviert: „Wenn ich so tue, als wäre ich gefühllos, dann verhindere ich, dass meine Frau sieht, das sie doch Gefühle bei mir auslösen kann. Und wenn sie das nicht sieht, dann merkt sie auch nicht

  • wie ausgeliefert ich mich ihr gegenüber eigentlich fühle;

  • wie abhängig ich mich von ihrem Wohlwollen fühle;

  • wie viel Angst ich davor habe, das sie mit meinen Gefühlen spielen könnte.“

Also verstecken Männer ihre Gefühle – manchmal so gut, dass sie sie selber nicht mehr wieder finden können. Diese Empfindsamkeiten wieder „auszugraben“ und sie zeigen zu lernen, setzt die Bereitschaft voraus, der eigenen Frau wieder mehr Vertrauen entgegenzubringen – Schritt für Schritt.

 

3. Männer gehen viel zu schnell unter die Decke

Wer – wie oben beschrieben – seine Gefühle beständig versteckt, der kämpft permanent gegen seine innere Natur, baut einen inneren Druck auf und trägt so zur eigenen emotionalen Unzufriedenheit bei. Diesen Druck und die emotionale Kälte kann man

  • sein Leben lang aushalten (hier reagiert irgendwann der Körper…)

  • den Überdruck regelmäßig abführen (Sport, Arbeit, Aggression, Sex)

  • oder besänftigend auf den Druck einwirken (Alkohol, positives Denken, Meditation).

Das alles lindert zwar den Druck, behebt aber nicht die Wurzel des Übels.

 

4. Männer denken nur an das Eine

Ja, das stimmt. Sex bedeutet dem Mann viel. Und das daran denken (sich Vorstellungen machen) noch mehr. Und der Spruch „Man hat ja sonst nichts im Leben!“ macht deutlich, was dahinter steckt. Wenn nämlich - die Männer einer Friede-Freude-Eierkuchen-Stimmung zu liebe alle Unstimmigkeiten in ihrer Partnerschaft lieber unter den Teppich kehren (Punk 1) - und ihre Empfindsamkeiten und Gefühle hinter den 7 Bergen verstecken und großartige Trutzburgen drum herum bauen (Punkt 2) - und sich dann auch noch permanent unter Druck setzen (Punkt 3)… …was bleibt da noch vom Leben?!? Wo kann Mann denn dann noch Gefühle und Abenteuer erleben? Auf der Achterbahn, beim Extremsport und beim Sex mit der Nachbarin. Erfrischend belebt der Sex so das Einerlei des Alltags; der Sex als Leckerchen für stressgeplagte Männer; Sex als Betthupferl, damit er besser – oder überhaupt mal wieder – zur Ruhe kommen kann; Sex als Stimulanz für eintönige Gestalten. Wer verlernt hat, dass auch andere Gefühle belebend sein können – eben wieder Leben einhauchen – der greift auch weiterhin zu seiner Droge.

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