Rechtspopulist gewinnt in den Niederlanden Kommunalwahl

05. März 2010

“Alle Gefahr geht von Deutschland aus!”, war der Satz, den man in den letzten 65 Jahren zu hören bekam, wenn das Gespenst eines wiederkehrenden Nationalsozialismus an die Wand gemalt wurde. Besonders aus den Ländern, die im 2. Weltkrieg unter der deutschen Besatzung zu leiden hatten – wie z.B. Belgien oder die Niederlande – wurde Deutschland und die Deutschen immer als die Brutstätte braunen Gedankenguts angesehen.
Desto verwunderlicher ist es jetzt für mich, dass gerade die Niederländer nun zu den neuen Vorreitern rechtspopulistischer Strömungen werden. Geert Wilders mit seiner PVV erorbert die Kommunalwahlen und wird bei den Wahlen im Sommer höchst wahrscheinlich mit den meisten Sitzen ins Parlament einziehen.
Was also ist los mit den Niederländern? Haben sie vergessen, wie die Nationalsozialisten mit ihnen umgegangen sind? Hoffen sie, das eine starke, aber eben auch unbeugsame Hand sie vor den Unabwägbarkeiten des Lebens beschützen kann? Oder glauben sie etwa, das die PVV von Wilders harmloser ist, als sie sich darstellt?
Das allerdings haben damals eben auch viele Deutsche gedacht…und die zu zahlende Rechnung war bitter.

“Frau Käßmann, Frau Käßmann!”- ein Interview

26. Februar 2010

Frage: Herr van den Boom, Frau Käßmann hat ihre Ämter aufgegeben, weil sie zu viel Alkohol getrunken hat. Wie stehen Sie dazu?
Volker van den Boom:” Frau Käßmann ist nicht gestolpert, weil sie Einen über den Durst getrunken hat, sondern weil sie nicht korrekt mit ihrer Betrunkenheit umgegangen ist.”
Frage: Inwiefern?
V.v.d.B.: ” Machen wir uns doch nichts vor: sie wußte, dass sie betrunken war und hat sich dafür entschieden, dennoch Auto zu fahren. Damit hat sie bewußt gegen geltendes Recht verstoßen und die Gefährdung andere Menschen in Kauf genommen. Und das ist einfach nicht akzeptabel.”
Frage: Was glauben Sie, was eine bisher als verantwortungsvoll und vernünftig geltende Frau dazu getrieben hat, auch ihren eigenen moralischen Werten untreu zu werden?
V.v.d.B.: ” Frau Käßmann ist ein Mensch, der sicher oft und gerne höchste Anforderungen an sich und ihr Handeln stellt. Das kann aber schnell dazu führen, das man sich selber immer wieder in die Überforderung treibt. Menschlich gesehen ist es daher verständlich, dass man dann ab und zu das Bedürfnis hat, diesem Druck zu entfliehen – und die dafür schnellste Methode bietet nun mal der Alkohol.”
Frage: Sie gehen als Therapeut also davon aus, Frau Käßmann zu verstehen?
V.v.d.B.: ” Ja und Nein. Ja, was das Bedürfnis nach Abschalten – hier mit Hilfe des Alkohols – betrifft. Nein, was ihre darauf folgende Autofahrt betrifft. Ich meine, sie war ja nicht volltrunken, sondern durchaus noch in der Lage, ihre Situation richtig einzuschätzen. Weshalb hat sie sich dann kein Taxi bestellt? Ist das diese Arroganz und Überheblichkeit vieler Prominenter, die meinen , das die Gesetze und gesellschaftlichen Regeln auf sie nicht zutreffen? Oder hat da eine Stimme in Frau Käßmann – ein gutmeinender Anteil ihrer Persönlichkeit – dafür gesorgt, dass sich für sie auf diese Weise ein Ausweg aus ihrer Überforderung eröffnet?”
Frage: Wüßte Frau Käßmann dann von dieser “inneren Stimme”?
V.v.d.B.: “Auf jeden Fall, denn sie ist ein Mensch, der sich sehr genau kennt. Gerne würde ich ihr zu diesem Thema mal die eine oder andere Frage stellen.”
Herr van den Boom, ich danke für das Gespräch.

Nacktscanner im Karneval

15. Februar 2010

Aus den “Aachener Nachrichten” v. 11.2.10:

“Der Karneval macht in Köln auch vor der evangelischen Kirche nicht Halt. In der Lutherkirche müssen sich die Gläubigen am Samstag vor dem Besuch des Abendgottesdienstes einem eingehenden Sicherheitscheck unterziehen. Sie werden von einem – nachgebauten – Nacktscanner durchleuchtet und mit Handscannern abgetastet.”Ab jetzt gilt: Der Heilige Geist erleuchtet, der Nacktscanner durchleuchtet!”, kündigte Pfarrer Hans Mörtter(54) gestern an. Ziel der Aktion sei es, “Andersgläubige ausfindig zu machen und eine ketzerfreie Zone für Protestanten zu schaffen. Wir hoffen auf das Verständnis aller Gläubigen und sagen:Yes, we scan!” Die Gemeinde wolle damit “diese totale Angstmache” aufs Korn nehmen. “Wir leben in einem Land, das sich einbunkert”,kritisiert Pfarrer Mörtter. “Aber Angst ist noch nie ein guter gesellschaftlicher Impuls gewesen” (dpa)”